Planung Aktionstag Hainberg Gymnasium
In diesem Buch wollen wir den Aktionstag für's Hainberg Gymnasium planen. Dieses Buch bleibt dabei intern ausschließlich für uns als Planungsteam. Einzelne Elemente können exportiert werden in ein Buch, auf das dann auch die Schüler*innen Zugriff haben.
- Ablaufplan Aktionstag
- Nachbereitung erstes Vorbereitungstreffen
- Workshop: Sexuelle Diskriminierung
- Workshop: Sexualkunde
- Workshop: geschlechtsbezogene Verhaltensreflexion: FLINTA* Gruppe
- Workshop: geschlechtsbezogene Verhaltensreflexion: Cis-männliche Gruppe
- Workshop: Gendern
- Mögliche Fragen Workshopreflexion
- Linksammlung: Geschlechtergerechtigkeit
Ablaufplan Aktionstag
Stand: 21.02.2022
Aktionstag: Donnerstag, 24.02.2022
Treffen am Sekretariat: 07:30 Uhr
| Zeit | Jahrgänge 7-9 | Jahrgänge 10-13 | ||
| 07:50-08:00 Uhr | Ankommen | |||
| 08:00-09:00 Uhr |
Vortrag Dr. Michaela Dudley + Fragen |
|||
| 09:00-09:20 Uhr |
Reflexion über Vortrag |
|||
| 09:40-11:10 Uhr | Juliane | Atay | Tatjana | Tugba + Mattes |
| Sexuelle Diskriminierung | Sexualkunde | Gendern | Geschlechtsbezogene Verhaltensreflexion | |
| 11:30-13:00 Uhr | Tugba + Mattes | Juliane | Atay | |
| Geschlechtsbezogene Verhaltensreflexion | Sexuelle Diskriminierung | Sexualkunde | ||
Einleitung Dr. Michaela Dudley:
- Kolumnistin bei der TAZ
- Kabarettistin
- Key-Note Rednerin
- Blacktivistin
- Autorin
- Kontakt: Atay lernte sie bei der Preisverleihung beim Haus der Braunschweiger Stiftungen kennen (Michaela Dudley hielt dort eine Key-Note)
Nachbereitung erstes Vorbereitungstreffen
Unsere nächsten Schritte
- Wie wollen wir die thematischen Workshops gestalten?
- Welche Tools wollen wir nutzen?
- Wer möchte gerne welchen thematischen Workshop leiten?
- Wie gestalten wir die Vorbereitung? Wo wird Unterstützung benötigt? (Wie sind eure Kapazitäten?)
- Sichtung der Ergebnisse in den TaskCards zu den ersten beiden thematischen Workshops
- Organisation der Ergebnisse
- Lücken füllen
- insb. Formulierung von Lernzielen überarbeiten. Lernziele wirken teilweise so, als sollte ausschließlich ein individueller Lerneffekt für die Schüler*innen entstehen. Ziel des Aktionstages ist insbesondere eine Multiplikator*innenschulung durchzuführen, das heißt, die Schüler*innen, die am Aktionstag teilnehmen, müssen natürlich inhaltliches Wissen aufbauen, vor allem müssen wir aber klären, wie sie dieses Wissen an die Schule weitergeben können und wie daraus ein Fortschritt für die Schule entsteht.
- Organisation des Impuls Vortrags
- Inhaltliche Absprache mit Michaela Dudley?
- Angebot und Rechnung
- mögliche interaktive Anteile?
- Vorbereitung der inhaltlichen Workshops (jede Person plant den eigenen thematischen Workshop, Mattes unterstützt bei allen)
TaskCards 1: https://www.taskcards.de/board/0d37408b-3583-43de-b5c4-be938121b2e1?token=544a1ec4-4b4c-4fa5-9af8-46d9ed7903ef (Sexuelle Diskriminierung)
TaskCards 2: https://www.taskcards.de/board/99bc3da4-2099-44c0-a38c-c1c03342904a?token=51c70ad0-9de8-45f7-98cd-a223944f393a (Sexualkundeunterricht)
Aufteilung inhaltlicher Workshops:
Tatjana: Gendern
Juliane: Sexuelle Diskriminierung
Tugba: Geschlechtsbezogene Verhaltensreflexion (FLINTA* Gruppe)
Workshop: Sexuelle Diskriminierung
Planung
Ablauf
1. Begrüßung & Kennenlernen (ca. 5 Minuten)
-> Vorstellungsrunde
-> Workshop als "sicherer Ort" (offene Meinungsäußerung, gegenseitiger Respekt,...)
2. Wahrnehmung von sexueller Diskriminierung (ca. 15 Minuten)
-> Wo stehen wir? Was ist unsere Ausgangslage? Welche Haltungen vertreten wir?
Methodik:
- Positionslinie anhand von verschiedenen Aussagen & anschließende Begründung der Positionierung:
Warum ist Aussage XY für euch Diskriminierung? Warum nicht?
Material:
- Aussagen-Karten (Word-Dokument)
- Stimme zu/Stimme nicht zu - Karten (Word-Dokument)
- Magnete
Lernziel:
- SuS setzen sich (selbst)kritisch mit verschiedenen Formen von sexueller Diskriminierung auseinander und (über)prüfen, in welchen Fällen tatsächlich Diskriminierung vorliegt und in welchen Fällen möglicherweise andere Faktoren (z.B. unternehmerische Freiheit) für eine vermeintliche Ungleichbehandlung ausschlaggebend sind
- SuS reflektieren, dass sexuelle Diskriminierung unterschiedlich tiefgreifende Ursachen und Facetten hat
- SuS diskutieren die eigene Haltung/Handlung mit Blick auf sexuelle Diskriminierung
3. Was ist sexuelle Diskriminierung? (ca. 15 Minuten)
-> Definition/Eingrenzung/Abgrenzung von sexueller Diskriminierung gegen sexuelle Belästigung/Gewalt
-> Wo begegnen uns überall sexistische Strukturen (Alltag, Schule, Zuhause, Familie, Hobbys, Straße,...)?
-> Verschiedene Instanzen (Peer Group, höhergestellte/autoritäre Personen, ,,Fremde", System,...)
Methodik:
- Brainstorming (ggf. mit freier Internetrecherche) -> jeder Schüler schreibt auf Grundlage der vorherigen Positionierungsbeispiele eine (erweiterte) Definition auf (Moderationskarten)
- Think (Pair) Share -> SuS sollen Definitionen in 3-4er Gruppen vergleichen und sich auf eine Definition einigen bzw. ggf. mehrere Definitionen zu einer "zusammenschreiben" -> Endfassung wird auf Plakat bzw. in PowerPoint festgehalten
-> Jg. 7-9 leitet Definition her, Jg. 10-13 greift Definition auf und vervollständigt/ergänzt diese -> gemeinsames "Arbeitsprodukt"
Material:
- Moderationskarten
- Eddings
- 2 Plakate (1 Plakat pro Workshop/Gruppe)
Lernziel:
- SuS verfassen eine eigene (erweiterte) Definition zu sexueller Diskriminierung und begründen deren Herleitung
-> WICHTIG: es gibt kein Richtig und kein Falsch (sofern nicht sachlich falsch)
4. Folgen von sexueller Diskriminierung (ca. 25 Minuten)
-> Was löst sexuelle Diskriminierung (auch in "leichter" Form) bei Betroffenen aus?
Methodik:
- Erfahrungsbericht: https://www.youtube.com/watch?v=ptvivu5S5Wg
-> bis Min. 1:01 für Jg. 10-13, ab Min. 2:04 bis Min. 2:30 für Jg. 7-9 - Reflexion: Was glaubt ihr, wie sich die Person im Video gefühlt hat? Wie könnte sie damit umgehen?
- Anschließend Video weiterlaufen lassen und "auflösen"
- Vergleich/Stellungnahme mit eigenen Überlegungen: Wie würdet ihr damit umgehen? Wie würdet ihr euch der Person gegenüber verhalten? Was würdet ihr den Tätern sagen wollen?
Material:
- Laptop/Beamer oder iPads
- Moderationskarten/FlipChart
Lernziel:
- SuS setzen sich anhand von Erfahrungsberichten mit den Folgen von sexueller Diskriminierung auseinander und erörtern mögliche Handlungsoptionen für (indirekt) Betroffene
5. Umgang mit sexueller Diskriminierung (ca. 20 Minuten)
-> Was können wir als Gesellschaft/Schulgemeinschaft gegen sexuelle Diskriminierung tun? -> Rückbezug auf das Video
-> Wie gehe ich vor/handle ich, wenn ich sexuelle Diskriminierung bei mir oder anderen erfahre?
-> Wie verhalte ich mich gegenüber Opfern von sexualisierter Gewalt (victim blaming)?
-> Wie gehe ich mit Tätern in meinem Freundeskreis um?
Methodik:
- "Lehrervortrag" über rechtliche Grundlagen und Hilfe-/Anlaufstellen: Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz,...
-> Verweis auf Moodle-Kurs - Positionspapier: Forderungen für den Umgang mit sexueller Diskriminierung auf Schulebene herleiten
-> ggf. mithilfe einer freien Internetrecherche
-> Forderungen/Produkt von Jg. 7-9 der zweiten Gruppe (Jg. 10-13) vorstellen und von dieser weiterentwickeln lassen
Material:
- 2 Plakate (1 Plakat pro Gruppe/Workshop)
- Eddings
Lernziel:
- SuS diskutieren verschiedene Möglichkeiten des Umgangs mit sexueller Diskriminierung und entwickeln konkrete Vorschläge und Forderungen für die Etablierung eines diskriminierungsfreien Schulumfelds
6. Reflexion des Workshops & Handlungsempfehlungen für Multiplikatoren (ca. 10 Minuten)
-> Was nehmen wir aus dem Workshop mit?
-> Wie können wir als Multiplikatoren die Inhalte an unsere Mitschüler weitergeben?
Weitere Methoden, die Multiplikatoren an die Hand gegeben werden können:
- "Verkehrte-Welt-Spiel" -> Jungs (für ältere SuS ggf. alternativ: Heterosexuellen) werden Fragen gestellt, die sonst eher Mädchen (für ältere SuS ggf. alternativ: Homo-/Transsexuellen) gestellt werden -> wie fühlt sich das an? -> Reflexion
- Gedanken-Tagebuch: SuS lesen einen Text/schauen ein kurzes Video über sexuelle Diskriminierung -> Jungen/Mädchen/Trans/... schreiben getrennt voneinander Gedanken auf (z. B. verschiedene Taskcards), am Ende lesen die Gruppen die Karten der jeweils anderen Gruppen, anschließend Austausch
Wichtige inhaltliche Punkte
- Sexismus ist auch vom Kontext abhängig -> nicht jede Aussage/Frage ist in jedem Kontext sexistisch
- Sexuelle Diskriminierung auf allen Ebenen denken (nicht nur Männer/Frauen)
- Nicht jede Besser- oder Schlechterstellung einer Person aufgrund von ethnischer Herkunft, des Lebensalters, einer Behinderung, der Religion oder Weltanschauung oder der sexuellen Identität stellt eine Diskriminierung dar (vgl. https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/aktuelle-faelle/DE/Geschlecht/Geschlecht_inhalt_Frauenparkplaetze.html)
Hilfreiche Links
Hinterfragen von Geschlechterbildern (auch wenn eventuell eher passend zu Workshop zu Verhaltensreflexion):
https://demokratielabore.de/materialsammlung/themen/Zukunft-Gesellschaft/Geschlechterbilder
Glossareintrag Sexismus:
https://gender-glossar.de/s/item/13-sexismus
Studie zu Sexismus im Alltag (unter anderem die Reihe der ARD "Wie sexistisch bin ich?" ist Teil dieser Studie):
https://www.bmfsfj.de/resource/blob/141246/022f9fac09435d797f3b1a8bef56a211/sexismus-im-alltag-pilotstudie-data.pdf
Wandzeitung "Sexismus begegnen" mit Tipps, Beispielen, Handlungsempfehlungen, etc.:
https://www.bpb.de/shop/buecher/einzelpublikationen/234019/wandzeitung-sexismus-begegnen
Kurzfilm "Sexismus begegnen":
https://www.bpb.de/mediathek/202422/sexismus-begegnen
Erfahrungsberichte von Betroffenen von sexueller Diskriminierung (Sexuelle Identität):
https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SiteGlobals/Forms/Suche/Expertensuche_Formular.html;jsessionid=766016BB85D41F7E5351EDA189C8A1D7.intranet232?nn=304460&cl2Categories_Diskriminierungsmerkmale=sexuelle_identitaet&format_str=fall_aus_der_beratung&sortOrder=dateOfIssue_dt+desc&pageLocale=de
Erfahrungsberichte von Betroffenen von sexueller Diskriminierung (Geschlecht):
https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SiteGlobals/Forms/Suche/Expertensuche_Formular.html?nn=304448&cl2Categories_Diskriminierungsmerkmale=geschlecht_und_geschlechtsidentitaet&format_str=fall_aus_der_beratung&sortOrder=dateOfIssue_dt+desc&pageLocale=de
Unter Anhängen bei dieser Seite findest du eine html Datei, die du, falls du möchtest, nutzen kannst, um zum Ende deiner Planung auf die rechtliche Grundlage einzugehen. Falls du die einbinden möchtest, bette ich die noch in eine Seite ein, die dann beim Workshop aufgerufen werden kann.
Arbeitsphasen - Detailentwurf
2. Wahrnehmung von Diversität
Aussagen für Positionslinie:
- Ich finde es diskriminierend, dass es mehr männliche als weibliche Bundestagsabgeordnete gibt.
- Ich finde es diskriminierend, dass Frauen an öffentlichen Toiletten in der Regel länger anstehen müssen als Männer.
- Ich finde es diskriminierend, dass es gesonderte Frauenbadezeiten in Saunen und Schwimmbädern gibt.
- Ich finde es diskriminierend, dass Hauptrollen in Filmproduktionen häufiger mit Männern als mit Frauen besetzt sind.
- Ich finde es diskriminierend, dass Mädels manchmal umsonst in die Disko kommen, während Jungs Eintritt zahlen müssen.
- Ich finde es diskriminierend, dass viele Bestellhäuser (z. B. AboutYou) lediglich die Anrede "Herr" oder "Frau" führen.
- Ich finde es diskriminierend, dass es Frauen- aber keine Männerparkplätze gibt.
- Ich finde Begriffe wie "Powerfrau" oder "Familienvater" diskriminierend.
- Ich finde es diskriminierend, wenn ein Mann einer Frau die Tür aufhält.
- Ich finde es diskriminierend, dass Trans*Personen ihren amtlichen Namen nur mit psychologischen Gutachten ändern dürfen.
- Ich finde es diskriminierend, dass Damenrasierer mehr kosten als Herrenrasierer, obwohl sie sich nur in ihrer Farbe unterscheiden.
- Ich finde es diskriminierend, dass in der Medizin vor allem auf Basis von Daten von Männern geforscht wird. (nur Jg. 10-13)
- Ich finde es diskriminierend, wenn ein Mann einer Frau ein Kompliment aufgrund ihres Aussehens macht.
Workshop: Sexualkunde
Linksammlung
https://www.taskcards.de/board/99bc3da4-2099-44c0-a38c-c1c03342904a?token=51c70ad0-9de8-45f7-98cd-a223944f393a
Ablaufplan Workshop Sexualkunde
Runde 1: (20 min)
1. Ankommen + Begrüßung + Vorstellung meiner Person
- Klarmachen, dass dies ein SafeSpace ist.
- Jede*r darf seine Meinung, Gedanken etc. Ohne Befürchtungen von Verurteilung frei äußern
2. Vorstellung der Runde Schüler*innen (Wünsche und Erwartungen an den heutigen Workshop teilen)
3. Wünsche der Jahrgänge durch Umfrage teilen + Positionierungsspiel ?
Ich hatte bisher Sexualkunde Unterricht.
Sexualkunde bedeutet nur Biologie.
Ich würde gerne Sexualkunde für andere Fächer öffnen.
Ich habe bisher was über die Themen: .... in Sexualkunde gehört
- darüber austauschen, positives und negatives teilen, was lief gut, was nicht?
Runde 2: Grundlagen Themen: (Das alles könnten Themen im Sexualkunde Unterricht sein) (45 min)
1. Aufklärung über gesellschaftlichen Sexismus (15 min)
2. Aufklärung über Intersektionalität (15 min)
3. Aufklärung über Heteronormativität (15 min)
Runde 3: Handlungsempfehlungen mit Schüler*innen verfassen für Schule (15 min)
3-5 Handlungsempfehlungen, konkret und verständlich (je nach dem wie die Zeit es zulässt)
Was wollt ihr für die Zukunft?
Wo wünscht ihr euch das? In welchem Fach?
Habt ihr konkrete Lehrer*innen in Aussicht dafür?
Besuch eines außerschulischen Lernorts? Museum? Anlaufstellen? Expert*innen-Gespräche?
Evaluation + Feedback (10 min)
Was nehmt ihr mit? Was hat euch gefallen? Was hat euch gefehlt?
Workshop: geschlechtsbezogene Verhaltensreflexion: FLINTA* Gruppe
Linksammlung
Diskriminierungserfahrungen aufgrund des Geschlechts:
Ablauf Workshop
Workshop: Geschlechtsbezogene Verhaltensreflexion (FLINTA)
- Einstieg (20 min)
- Vorstellungsrunde (Name, Pronomen)
- Positionierung zu den Fragen (Präsentation)
- Die meisten Menschen denken noch in alten Rollenbildern der Geschlechter
- Klassische Rollenbilder haben ihre Berechtigung (d.h. es ist gut, dass es diese Rollenbilder gibt)
- An meiner Schule werde ich gut über geschlechtsspezifische Themen aufgeklärt
- Feminismus ist heute nicht mehr so dringend nötig, da sich schon vieles für Frauen gebessert hat
- Der Feminismus ist für alle Geschlechter da
- 1-2 Personen pro Frage sollen ihre Position erläutern
Ziel: Erste Einordnung, Vorkenntnisse der TN einschätzen, möglichst niedrigschwelliger Einstieg.
- Thematischer Input (10 min)
- FLINTA erklären
- Was ist geschlechtsbezogene Verhaltensreflexion?
- Warum machen wir das?
Ziel: Begriffsdefinition, Zielsetzung des Workshops verdeutlichen
- Biografische Arbeit (20 min)
- Zeitstrahl aufzeichnen, Marker setzen bei folgenden „Ereignissen“
- Wann wurde dir das erste Mal in deinem Leben bewusst, dass du ein Mädchen/ eine Frau* bist?
- Wann gab es eine Situation, in der du dich „typisch weiblich“ verhalten hast
- Wann gab es eine Situation, in der du dich oder dein Verhalten bewusst verändert hast, um einer dir zugeschriebenen Rolle zu entsprechen?
- Die eigenen „Ergebnisse“ können präsentiert werden, wenn sich die TN wohl dabei fühlen. Es können aber auch fiktive Beispiele angebracht werden
- Was wird als „typisch weiblich“ definiert? Warum? Besprechung in der Gruppe
Ziel: Reflexion der eigenen Rolle(n) und Zuschreibungen, besondere Sozialisation von FLINTA, Privilegien von cis hetero Frauen/ Mädchen
- Popkultur Analyse: FLINTA in den Medien und Female Empowerment (30 min)
- Gruppe: Wie werden FLINTA Personen in den Medien dargestellt? Sucht euch (positive und negative) Beispiele heraus à welchen Einfluss hatte/hat das auf uns bzw. auf andere? Erstellt ein digitales Poster zu euren Beispielen
- Gruppe: Sucht euch eines der folgenden popkulturellen Phänomene/ Memes aus und analysiert sie aus feministischer Perspektive. Dazu könnt ihr euch auch zunächst Inhalte auf verschiedenen Plattformen ansehen, um euch ein Bild zu verschaffen. Erstellt dann ein digitales Poster mit eurer Analyse
- „Pick-Me Girls“
- „Trophy Wife“
- „Karen“
Ziel: Rollenbilder in den Medien erkennen und hinterfragen. Transfer der biografischen Aufarbeitung in allgemeine Phänomene
- Abschluss (10 min)
- Was nehme ich mit?
- Wie können wir die erarbeiteten Inhalte zugänglich machen?
- Feedback
Workshop: geschlechtsbezogene Verhaltensreflexion: Cis-männliche Gruppe
Linksammlung
https://kritische-maennlichkeit.de/herangehensweise-an-kritische-maennlichkeit/
Workshopplanung
Herangehensweise an kritische Männlichkeit
Ziele des Workshops:
Eine pro-feministische Auseinandersetzung mit kritischer Männlichkeit
Diese Learnings sollen erzielt werden:
- (Sexistische) Diskriminierung ist ein System, dem wir uns nicht entziehen können.
- Sexistisch zu sein bedeutet nicht (zwangsläufig) böse Absichten zu haben.
- Das System bring Männer in eine Machtposition. Um dieses System sichtbar zu machen, ist also eine Reflexion männlicher Privilegien erforderlich.
- Es geht dabei nicht um Schuld, sondern darum, gesellschaftliche Machtstrukturen zu erkennen und zu verändern (im kleinen Rahmen)
Positionierungsspiel für den Einstieg:
- Sexismus gegen Frauen ist kein großes Problem.
- Ich habe mich schonmal sexistisch verhalten.
- Ich habe Verständnis dafür, dass Frauen auf der Straße angesprochen werden, weil sie toll aussehen.
- Auch Männer werden wegen ihres Geschlechts diskriminiert.
- Ich habe mich schon einmal aufgrund meines Geschlechts diskriminiert gefühlt.
- Ich wurde schon einmal darauf angesprochen, dass ich sexistisch gewesen sei.
Basiswissen, das vor der Verhaltensreflexion aufgebaut werden soll:
Wie funktioniert (sexistische) Diskriminierung als System?
- Es benötigt eine abgrenzbare Gruppe von Personen (FLINTA*-Personen)
- Diese Gruppe wird durch Zuschreibungen und Stereotype herabgewürdigt ("können nicht einparken", ggf. auch scheinbar positiv konnotiert "können besser kochen")
- Diese Herabwürdigung passiert innerhalb eines historisch gewachsenen Machtsystems von Benachteiligungen und Privilegierungen (Männer haben mehr politische, finanzielle (usw.) Macht und Freiheiten)
1. Erkenntnis: Sexismus ist ein System, keine Meinung.
->Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht alle Aspekte auf jeden zutreffen und dass es nicht darauf ankommt, ob Man(n) jemanden diskriminieren will oder nicht. Eine unreflektierte Nutzung der privilegierten Position oder die Reproduktion von Stereotypen gegenüber FLINTA*-Personen zeugt von sexistischer Prägung des Verhaltens.
Sind wir am Sexismus schuld?
- Es geht nicht um die Schuldfrage in dieser Debatte
- Schuldig sind wir aber dann, wenn wir unsere Machtpositionen ausnutzen, oder uns auf ihnen ausruhen, obwohl wir die Möglichkeit haben, uns mit ihr auseinanderzusetzen.
- Schuldig machen wir uns, wenn wir durch Reproduktion von Stereotypen das sexistische System stabilisieren und unsere Privilegien manifestieren.
2. Erkenntnis: Die Auseinandersetzung sollte nicht Feminist*innen überlassen werden.
->Es benötigt eine stärkere pro-feministische Auseinandersetzung unter Männern.
Bedeutet der Verlust an Privilegien nicht automatisch eine Diskriminierung von Männern?
- Häufig halten wir unsere Privilegien für selbstverständlich und bemerken sie in den meisten Fällen gar nicht, weshalb sich der Abbau von Privilegien wie Diskriminierung anfühlen kann.
- Männer können wegen ihrer Männlichkeit schlecht behandelt, beleidigt oder auch mal situativ benachteiligt werden.
3. Erkenntnis: Männer können nicht systemisch sexistisch diskriminiert werden.
Grundlagen für die pro-feministische Auseinandersetzung mit Männlichkeit
- Machtposition akzeptieren
- Mehrwert sehen: Es senkt nicht nur Diskriminierung gegen FLINTA*-Personen, sondern auch Männer leiden an krankhaften Männlichkeitsanforderungen und toxischer Männlichkeit. Außerdem wollen die meisten Männer nicht (sexistisch) diskriminieren.
- Zuhören und Deutungsmacht aufgeben
- Perspektivwechsel wagen
- Es gibt nicht den Feminismus, sondern vielfältige Positionen
- Keine Kritik am Feminismus von Männern (wen das stört: zwei Punkte weiter oben lesen ;-))
- Gib dein Wissen an andere Männer weiter.
Wo fangen wir an?
- Reflexion
- Wo spürst du deine eigenen Machtpositionen?
- Kannst du an irgendetwas Konkretem in deiner Kindheit/Jugend festmachen, wie du sexistisch geprägt wurdest?
- Hast du deine Privilegien schon einmal kritisch betrachtet?
- Zuhören
- Erfahrungsberichte von FLINTA*-Personen
- Perspektivwechsel
- Wissensweitergabe
Weitergabe in der Schule:
Mache eine Reflexionsrunde mit deinen männlichen Mitschülern. Hol dir bei Bedarf Hilfe dazu. Reflektiere dein eigenes Verhalten und rege eine Verhaltensreflexion bei Mitschüler*innen an.
Ablauf Workshop
Überblick:
- Positionierungsspiel mit Diskussion (15 Min)
- Input: pro-feministische Auseinandersetzung mit Männlichkeit (5 Min)
- Aufstellen zentraler Leitlinien für eine pro-feministische Auseinandersetzung mit Männlichkeit (10 Min)
- Reflexion: eigene Machtposition, Prägung in der Kindheit (30 Min)
- Zuhören (Erfahrungsberichte von FLINTA*-Personen) (20 Min)
- Weitergabe an die Schule (10 Min)
- Reflexion Workshop (10 Min)
1: Positionierungsspiel
Linien auf dem Boden: Stimme ich voll zu, stimme ich zu, neutral, stimme ich nicht zu, stimme ich überhaupt nicht zu
Aufforderung: Positioniere die zu den verschiedenen Aussagen. Dies ist ein geschützter Raum, nichts, was hier geäußert wird, verlässt diesen Raum.
- Sexismus gegen Frauen ist kein großes Problem.
- Ich habe mich schonmal sexistisch verhalten.
- Ich habe Verständnis dafür, dass Frauen auf der Straße angesprochen werden, weil sie toll aussehen.
- Auch Männer werden wegen ihres Geschlechts diskriminiert.
- Ich habe mich schon einmal aufgrund meines Geschlechts diskriminiert gefühlt.
- Ich wurde schon einmal darauf angesprochen, dass ich sexistisch gewesen sei.
2: Input
s. Moodle Kurs und s. Workshopplanung
3: Aufstellen zentraler Leitlinien für eine pro-feministische Auseinandersetzung mit Männlichkeit
Frage an die Schüler: Nachdem wir verstanden haben, dass Sexismus ein System ist und wir uns aktiv beteiligen müssen, um die Diskriminierung der Frauen* zu verhindern, was sind zentrale Leitlinien für das Handeln der Männer in dem Rahmen?
- Sammlung mündlich
- Verschriftlichung auf Plakat
4: Reflexion: eigene Prägung, Prägung aus Kindheit und Jugend
Aufforderung: Reflektiert einmal, inwiefern ihr sexistisch geprägt seid. Gibt es Anhaltspunkte aus eurer Kindheit und Jugend? Woran bemerkt ihr an eurem eigenen Verhalten eine sexistische Prägung? Schreibt es anonym auf diese Moderationskarten.
Notiert außerdem auf Moderationskarten, inwiefern ihr gegebenenfalls unter Männlichkeit leidet.
- 10 Min Reflexion
- 20 Min Austausch
5: Zuhören: Erfahrungsberichte von FLINTA*-Personen
6: Weitergabe an die Schule
Frage: Wie denkt ihr, könnt ihr das, was wir heute besprochen haben, mit in eure Klassen tragen?
- Grundprinzipien der pro-feministischen Auseinandersetzung mit Männlichkeit mit in die Klasse nehmen, z.B. auf Plakat
- Männlichkeitsreflexion auch mit Mitschülern
- direktes Ansprechen sexistischen Verhaltens
Workshop: Gendern
Linksammlung
Ziele
- "Sensibilisierung für einen bewussten Sprachgebrauch und Reflexion der eigenen Gewohnheiten"
- "Vermittlung von Kompetenzen zur individuellen Anwendung von geschlechtergerechter Sprache"
Sensibilisierungsphase
https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/was-gendern-bringt-und-was-nicht/
"Das Fazit aus diesen Studien lautet deshalb: Das generische Maskulinum ist nicht generisch, es erzeugt vor allem männliche Bilder im Kopf. Und somit, so die Kritik, stellt es die Welt nicht so divers dar, wie sie heute ist. Seit den 1970er -Jahren gibt es deshalb Diskussionen darüber, dass die Sprache geschlechtergerechter werden muss."
"Was das generische Maskulinum nicht schafft, soll Gendern lösen: Die Schablone im Kopf erweitern, um alle Menschen in angemessener Weise zu repräsentieren – nicht nur Männer. Und das kann, wie Studien zeigen, auch Effekte auf die Gleichberechtigung haben."
Studien (für mögliches Nachempfinden?):
- https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0261927X01020004004 (Name your favorite musician)
- https://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1080/0163853X.2018.1541382 (Satzkombinationen wie "Die Sozialarbeiter liefen durch den Bahnhof"; "Wegen der schönen Wetterprognose trugen mehrere der Frauen keine Jacke" -> "Ist der zweite Satz eine sinnvolle Fortsetzung des ersten?")
- https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/01690960701702035 (When beauticians, musicians and mechanics are all men)
-> Ausprobieren & eigene beobachtete Effekte diskutieren und reflektieren
Überleitung: Theoretischer Teil
(Geschlecht = Sex ('biologisches' Geschlecht) & Gender (Veerhaltensweisen, Eigenschaften, Interessen)) -> Aufheben non-binären Denkens
Formen des Genderns:
- Feminisierung: Beide Geschlechter werden genannt oder die weibliche Form wird durch Abkürzungen hinzugefügt ("Lehrer/-innen")
- Neutralisierung: Männliche Formen werden durch geschlechtsneutrale Formen (Lehrkraft) oder durch eine Substantivierung ("Lehrende") ersetzt; ggf. Umschreibung ("Mensch in der Politik")
- Gender-Zeichen: Zwischen männlicher Form und weiblicher Endung wird ein Sternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt ergänzt -> Platzhalter für alle, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zuordnen
Effekte des Genderns (v.a. Forschung zur Feminisierung und Neutralisierung):
- Frauen werden sichtbarer:
- Gendern hat Auswirkungen auf die Berufswahl
- Kinder trauen sich mehr Berufe zu
- Menschen denken offener über Geschlechterrollen
-> Rolle von Sprache: "Aktuelle Forschung zur Schulbuchliteratur zeigt, wie Sprache am Aufbau von Geschlechtervorstellungen und -asymmetrien beteiligt ist (Ott 2017, 'Sprachlich vermittelte Geschlechterkonzepte'). Weibliche und männliche Figuren werden überaus häufig in geschlechterstereotypen Rollen dargestellt. Die Missachtung geschlechtergerechter Sprache befeuert diese Ungleichheiten weiter: Lernenden fehlt das Verständnis, dass ein Pilot eben genauso gut auch eine Pilotin sein kann. Wenn zudem eine männliche Person in ihrer Funktion als Pilotin bildlich dargestelt wird, wird dieser Beruf ausschließlich mit männlichen Personen assoziiert.") -> https://www.germanistik.uni-mainz.de/files/2020/06/DGhK_Labyrinth_141_screen_S_40-42.pdf
"Sprache bildet also gesellschaftliche Strukturen ab und prägt auch unsere
Wahrnehmung. Deshalb ist Sprache wandelbar. Heutzutage wird schon
selbstverständlich von Kauffrauen gesprochen, ein Begriff, der in den 1970er Jahren
noch zur Debatte stand.
Wandeln wir also unseren Sprachgebrauch, so tragen wir dazu bei, veraltete
Rollenbilder aufzubrechen und durch Gleichbehandlung zu ersetzen." -> https://hainberg-gymnasium.de/fileadmin/Redaktion/Dateien/Schulleben/Leitfaden_fuer_Lehrkraefte_zum_Thema_Trans_und_geschlechtergerechte_Sprache__Februar_2021_.pdf
(Mögliche Einwände?) / Diskussionsrunde? / Fishbowl? / Effekte & Einwände diskutieren und eigene Positionierung finden?
-->Reflexion der eigenen Gewohnheiten hinsichtlich des Inputs / der Übungen
Übung / Meinungsbild?
Ausprobieren unterschdl. Formen des Genderns + lautes Denken? / Eigene Position & Form des Genderns identifizieren? Gruppenkonsens?
-> Unsicherheiten, Schwierigkeiten und Einwände besprechen!? ("Es gibt ein paar Besonderheiten, die über den üblichen Sprachwandel hinausgehen. Ob eine Präposition mit Genitiv oder Dativ verwendet wird, ist politisch nicht so aufgeladen. Mit dem Sichtbarmachen aller Geschlechter in der Sprache hingegen sind unterschiedliche gesellschaftspolitische Positionen verbunden." -> https://deutsches-schulportal.de/unterricht/gendern-michael-becker-mrotzek-wir-beobachten-einen-sprachwandel-im-zeitraffer/)
Handlungsorientierter Teil: Möglichkeiten der Übertragung auf den Schulkontext
-> Ideen & Ziele für die Schule formulieren (Ist- und Soll-Zustand)
https://www.zdf.de/nachrichten/video/panorama-gendern-schule-100.html
https://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/Geschlechtergerechter-Sprachgebrauch
https://shop.duden.de/products/gendern-ganz-einfach
Ablauf und Methoden
Material zum Ablauf (Powerpoint, Arbeitsblätter, usw.):
Powerpoint und Arbeitsblätter hier: https://mygatekeeper.sharepoint.com/:f:/s/projekt-schule-fuer-demokratie/EqwGeOBjt_hJpaG7ACZlskwBV3Vz6e4wIRLL7XmoI-IjWw?e=9e6d6R
https://www.tu-berlin.de/fileadmin/i31/Geschlechtergerechte_Sprache/Leitfaden_der_Universit%C3%A4t_zu_K%C3%B6ln.pdf
https://www.youtube.com/watch?v=to9lbR8JvyM
https://www.politik-lernen.at/site/praxis/unterrichtsideen/article/103821.html
https://static.uni-graz.at/fileadmin/gewi-institute/Translationswissenschaft/Dokumente/uedo1www_files_geschlechtergerechtes_formulieren-4.pdf
https://www.sueddeutsche.de/leben/generisches-maskulinum-liebe-leser-das-folgende-interview-ist-auch-fuer-frauen-gedacht-1.3876211
Mögliche Fragen Workshopreflexion
Das nehme ich mit/Das hat mich besonders beeindruckt/Das hat mich bewegt
- Der Vortrag hat mich zur Reflexion meines eigenen Verhaltens angeregt.
- Ich habe ein Verständnis dafür entwickelt, was Intersektionalität bedeutet.
- Ich habe mich auch vorher schon mit Intersektionalität beschäftigt.
- Ich wünsche mir, in Zukunft weiter zum Thema Intersektionalität zu arbeiten.
Aus dem Vortrag habe ich ... mitgenommen./Diese Frage ist offen geblieben./Das hat mich bewegt.